Branchenleitfaden für Humankrematorien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex

Der Branchenleitfaden für Humankrematorien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) soll Krematorien ein Grundgerüst geben, um zu ihren Nachhaltigkeitsaktivitäten zu berichten und Abläufe hinsichtlich ökologischer, sozialer und ökonomischer Aspekte schrittweise zu verbessern. Dabei wird die Systematik des Deutschen Nachhaltigkeitskodex, zugeschnitten auf die Besonderheiten der Feuerbestattung, genutzt. Er fasst die DNK-Vorgaben verständlich zusammen, benennt für jedes Kriterium konkrete Erwartungen und ergänzt diese durch Beispiele aus der Praxis. Er wird vom Bundesverband Bestattungsbedarf e.V. herausgegeben.

Der DNK ist ein freiwilliger Standard, der Unternehmen in Deutschland dabei unterstützt, ihre Nachhaltigkeitsstrategien transparent zu gestalten und den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen.

Mit dem Leitfaden können Krematorien ihre Nachhaltigkeitsstrategie nach den Kriterien des DNK aufbauen und Schritt für Schritt in ihren Betrieb integrieren. Der Leitfaden bezieht sich auf den DNK mit seinen 20 Kriterien in den Themenfeldern Strategie, Prozessmanagement, Umwelt und Gesellschaft und den dazugehörigen Leistungsindikatoren. Außerdem werden je Kriterium „Konkrete Erwartungen des DNK“ benannt und diese durch Beispiele ergänzt. Typische Messgrößen sind dabei etwa Ressourcenverbräuche, Treibhausgasemissionen, Weiterbildungsstunden oder den Anteil von Frauen im oberen Management. Für die Kontrolle nennt er branchentypische Kennzahlen wie Strom- und Gasverbräuche, CO-Grenzwerte gem. der 27. BImSchV und CO-Überschreitungsquoten nach VDI 3891.

Für Krematorien bedeutet dies, dass sie nicht nur ihre Umweltbilanz verbessern, sondern auch Verantwortung im sozialen Bereich übernehmen können, etwa durch faire Arbeitsbedingungen und Gesundheitsangebote für Mitarbeitende. Das Comply-or-Explain-Prinzip des DNK ermöglicht es, den Krematorien ihre Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit darzustellen, auch wenn noch nicht alle Kriterien vollständig umgesetzt sind. Dabei wird auch der Ablauf der Erstellung eines solchen Berichts in der Datenbank des DNK erläutert.

Klimarelevante Emissionen

Bei klimarelevanten Emissionen wird die Erfassung am Greenhouse Gas Protocol ausgerichtet und festgehalten, dass Kohlendioxid in der Emissionsüberwachung nach 27. BImSchV nicht zu den gesetzlich zu erfassenden Parametern gehört. Die größten Emissionsquellen in Humankrematorien sind für gewöhnlich der Strom- und Gasverbrauch der Kremationsöfen (einschließlich Vorkette).

Als weitere Quellen werden Kraftstoffe für Fahrzeuge und Strombezug ohne Grünstrom genannt. Der Leitfaden dokumentiert Zielsetzungen und Maßnahmen anhand von Praxisbeispielen, darunter die Umstellung auf Biomethan und Ökostrom, Photovoltaik, der Aufbau einer ORC-Anlage und der Einsatz von E-Fahrzeugen.

Einordnung und Unterstützung

Im Leitfaden Humankremation werden Vorteile und Unterstützungsangebote für Krematorien genannt. Dabei werden mögliche Effekte wie Kosteneinsparungen durch effizienteren Ressourceneinsatz, Verbesserungen beim Risikomanagement, Imagegewinne und die Reduktion von Treibhausgasen beschrieben. Als Fördermöglichkeiten werden im Leitfaden das BAFA-Programm „Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft: Transformationskonzepte“ mit einer Förderquote von bis zu 60 Prozent, BAFA-Kurzberatungen bis zu fünf Tage mit 50 bis 80 Prozent Förderquote sowie das Landesprogramm „Unternehmen machen Klimaschutz“ in Baden-Württemberg mit bis zu 75 Prozent Förderung für Nachhaltigkeitsberatungen angeführt.

Mehr Informationen zum Branchenleitfaden für Humankrematorien finden Sie direkt auf der Website des DNK. Der vollständige Leitfaden kann beim Bundesverband Bestattungsbedarf e.V. angefragt werden.